Wer diese Worte auf Anhieb richtig ausspricht, bekommt ein Bienchen.
Da habe ich es wahrlich gluecklich angetroffen, dass die Besitzerin meiner Wohnung eine vor 35 Jahren ausgewanderte Deutsche ist, die ganz nebenbei auch noch ihr Brot mit Reisefuehren verdient. Sie ist zudem ganz wie ich eine Plaudertasche und wuerden Muedigkeit und Zeit uns nicht immer wieder im Wege stehen, wuerden wir noch heute reden. Leider ist sie bereits mit der derzeitigen Reisegruppe beim naechsten Abenteuer und so verbringe ich meinen ruhigen Sonntag etwas weniger aktionsreich als den Vortag...
...denn da wurde ich prompt von Marion, der Reiseleiterin, eingeladen mitzukommen. Mit einem grossen Bus und zehn Touristen aus Deutschland ging es 8 Uhr morgens los. Erster Stop:
Gu-A-Da-Lupe.
Und der Vorteil an solchen gefuehrten Reisen ist, man bekommt unheimlich viele Hintergruende mit.
So trug es sich vor langer Zeit einmal zu, dass ein junger Mann seinen ihm sehr nahen, doch schwer erkrankten Onkel das letzte Mal im noerdlichen Teil der heutigen Mexiko Stadt besuchen wollte. Auf seinem Weg zu ihm, hoerte er jedoch ploetzlich eine Stimme, die stets "Mein Sohn! Mein Sohn!" rief. Und siehe da, er drehte sich um und sah eine ihm unbekannte Frau, die ihn nun bat in die Stadt zu gehen und eine Kirche fuer sie errichten zu lassen. Eigenartig fand das der junge Mann wohl auch, aber hatte wohl Angst, dass diese Frau eine Hexe oder aehnliches sei und machte sich fortan tatsaechlich auf den Weg in die Stadt. Nachdem er sich dann gruendlich hatte auslachen lassen, nahm er sein rotes Kaeppchen und sein Koerbchen (ups, falsche Geschichte) und ging zurueck zu dem Ort, wo er seinen Onkel besuchen wollte.
Nun war da wieder die Alte mit ihrem nervigen "Mein Sohn! Mein Sohn!". Doch diesmal gab sie ihm klarere Instruktionen. Er solle doch erst zu seinem Onkel gehen, der im Uebrigen wieder kerngesund sei. Zusaetzlich solle er aber noch ein paar Rosenzweige in seine Brusttasche stecken und mit ihnen dann in die Stadt gehen um der guten Frau eine Kirche widmen zu lassen.
Und was geschah wohl als naechstes? Der Onkel war in der Tat quickfidel, nachdem aus dem Bauch des Wolfes... (ah, wieder falsche Geschichte). Und so machten die beiden sich auf in die Stadt, wo der junge Mann einen riesen Terror machte, war er doch nun wirklich davon ueberzeugt, dass die Dame aus dem Wald uebersinnige Kraefte besass. Als der Koenig den Terror mitbekam, bat er den Burschen zu sich herein, der dann aus bis heute unerklaerlichen Gruenden seinen Mantel oeffnete und eine unheimliche Rosenpracht hervorbrachte. In seinem Mantel erschien sogleich das Bild der heiligen Guadalupe - der Dame, der er im Walde begegnete. Und mit all diesen hochrangigen Zeugen dieses Wunders, baute man dann also eine Kirche, die heute zwar nicht mehr so steht (man liess stattdessen einen Kuenstler ans Werk, der einen haesslichen Pavillion mit guter Akkustik dort hinstellte), jedoch noch immer von einem romantischen Garten mit vielerlei Statuen und kleineren Kirchengebaeuden umgeben ist. Voila
Und dann ging es weiter zu den Pyramiden der Azteken. Diese Pyramiden wurden jedoch nicht, wie in der aegyptischen Kultur Pharaonen oder Koenigen gewidmet, nein, auch hierzu gibt es eine kleine Geschichte:
In einer Sitzung der Goetter war ein Tagesordnungspunkt die Erde und wie duester sie doch sei. Kein Licht bestrahlte ihre Schoenheit und so beschlossen die Goetter kurzerhand, dass sich einer von ihnen opfern muesse, um der Erde Licht zu schenken. Das wollte am Ende jedoch doch keiner und nur halbherzig hob da so einer seine Hand. Seine Halbherzigkeit aeusserte sich dann in Form eines Mondes der ueber der Erde enstand (ueber der MONDpyramide).
Leider gab der Mond noch immer nicht viel Licht, sodass die Schoenheit und Vielfalt der Erde noch immer nicht zu Geltung kam. Und so wurde in einer erneuten Sitzung beschlossen, dass sich wohl noch einer opfern muesse. Wenn mich nicht alles taeuscht, war es der Gott des Feuers (ich frage Marion nochmal), der alt und kruepplig war und daher nie fuer voll genommen wurde, der enthusiatisch die Hand hob, als der Ruf nach Freiwilligen hallte. Da dachte man wohl nur: "Mein Gott (haha), dieser Alte, was kann der schon an Licht geben...?" Doch da niemand anderes bereit war sich zu opfern, musste der Alte eben ran. Und schwupps, da erstrahlte ploetzlich eine Sonne ueber der Erde und offenbarte eine Schoenheit, die noch kein Gottesauge zuvor gesehen hatte...und natuerlich hat der Alte dann auch eine Pyramide bekommen, naemlich die SONNENpyramide, die viel groesser war als die des Mondes (wir sprechen hier von ganzen 65 Metern)...
Der Anblick dieser Pyramiden ist ueberwaeltigend und die ganzen Opferplaetze rundherum machen ein mulmiges Gefuehl. Jedoch, um Papa zu zitieren, "die Azteken haben ja wie verrueckt Menschen geopftert", und dieser Kult, war eben Teil einer alten und doch sehr beeindruckenden Kultur...
Montag, 24. November 2008
Mittwoch, 19. November 2008
Abenteuer Mexiko Stadt
Wo fange ich an? Am besten bei gestern, solange die Erinnerungen noch einigermassen frisch sind. Um mich nicht den ganzen Tag zu langweilen, und der faengt dank des Jetlags so gegen 5 Uhr morgens an, habe ich mir also vorgenommen mich zunaechst auf das Abenteuer Geldholen einzulassen. Sicherheitstipps besagen stets: Fuehren Sie keine Kreditkarten mit sich herum! Am Tage sei es jedoch nicht weiter bedenklich, also sprang ich kurzerhand in meine unauffaelligen Klamotten (und man faellt doch auf!), schloss Schloss 1, 2 und 3 auf (dann Schloss 4 an der Haustuer zur Strasse) und suchte im Eiltempo den naechsten Bankautomaten (200 Meter Fussmarsch von meiner Haustuer) auf. Im gleichen Eilschritt ging es dann also zurueck; Schloss 4, 3, 2 und 1 wurden blitzschnell aufgeschlossen und Karte sowie die Haelfte des Geldes (umgerechnet um die 77 Euro) wurden verscharrt.
Noch immer mit Adrenalin aufgepumpt (Achtung Uebertreibung), begab ich mich dann auf den Weg in die Strasse Michuacan, in der der Turibus seine 2-stuendige Runde beginnen sollte. Da ich nichts und niemanden glaube, bevorzugte ich dann jedoch anderen Strassen zu folgen bis man mich nach anderthalb Stunden Fussmarsch doch wieder auf jene Strasse verwies...
Da war er dann auch schon, rot und doppelstoeckig mit ohne Dach! Ich sass oben vorn und nahm mir vor nicht auszusteigen, da ich ja bereits einen ausgedehnten Spaziergang hinter mir hatte.
Es war also 10 Uhr morgens als sich mir folgende Eindruecke boten:
Die Nackedeis auf den Fotos sind im Uebrigen Demonstranten, die bereits seit, soweit ich mich richtig erinnere, mehr als einem Jahr um die Rueckgabe ihres Landes bitten. Wie es sich fuer ein Machovolk gehoert durften die Maenner natuerlich ihr Hoeschen anbehalten, wohingegen fraulichgeformte Frauen im "kompletten" Evakostuem antanzen mussten (man bemerke dieses grossartige Wortspiel). Zwischendurch stieg ich jedoch doch aus und genoss ein paar Fruechte von der Strasse. Erst heute unterrichtete man mich, dass ich nicht einmal das Obst aus dem Supermarkt undesinfiziert verspeisen sollte. Meinen Saumagen geht es gluecklicherweise noch immer gut...
Und so lassen wir einmal den heutigen Tag Revue passieren. Es war mein erster Arbeitstag und ich bin sicher, ich werde Spanisch lernen, denn das sprechen sie hier offenbar alle. Ich werde wohl auch, man hoere, staune und frage sich..., meinen Fuehrerschein machen. Fuer umgerechnet 30 Euro bekomme ich ihn ganz offiziell, und nun muss ich nur noch ueber das angemessene Auto nachdenken, denn leider sind nach 10 Uhr abends (um diese Zeit wird mein Studium ab Januar enden) keine anderen Vekehrsmittel sicher genug. Da man sich aber auf der Arbeit selbst keine Sorgen mehr macht, sobald ich ein Auto habe, glaube ich nunmehr auch daran, dass ich damit "sicher" bin.
Und weil ich weiss, dass Oma bereits jetzt nach Luft schnappt und versucht nicht vom Stuhl zu fallen, nun noch ein aufheiterndes Detail: Es herrscht Wasserknappheit in unserem Viertel, sodass es heute abend so gar nichts aus dem Haehnchen gab (zum Glueck hat es fuer die letzte Spuelung gereicht), und so musste ich mit einer Wasserflasche fuer meinen gesamten Koerperputz begnuegen.
Wenn das nicht Abenteuer ist!
Aber Omi, mir geht es gut und ich werde hier in Obhut genommen! Und du weisst ja, mich ueberfaellt eh keiner - viel zu anstrengend!
Kuss an alle!
Noch immer mit Adrenalin aufgepumpt (Achtung Uebertreibung), begab ich mich dann auf den Weg in die Strasse Michuacan, in der der Turibus seine 2-stuendige Runde beginnen sollte. Da ich nichts und niemanden glaube, bevorzugte ich dann jedoch anderen Strassen zu folgen bis man mich nach anderthalb Stunden Fussmarsch doch wieder auf jene Strasse verwies...
Da war er dann auch schon, rot und doppelstoeckig mit ohne Dach! Ich sass oben vorn und nahm mir vor nicht auszusteigen, da ich ja bereits einen ausgedehnten Spaziergang hinter mir hatte.
Es war also 10 Uhr morgens als sich mir folgende Eindruecke boten:
Die Nackedeis auf den Fotos sind im Uebrigen Demonstranten, die bereits seit, soweit ich mich richtig erinnere, mehr als einem Jahr um die Rueckgabe ihres Landes bitten. Wie es sich fuer ein Machovolk gehoert durften die Maenner natuerlich ihr Hoeschen anbehalten, wohingegen fraulichgeformte Frauen im "kompletten" Evakostuem antanzen mussten (man bemerke dieses grossartige Wortspiel). Zwischendurch stieg ich jedoch doch aus und genoss ein paar Fruechte von der Strasse. Erst heute unterrichtete man mich, dass ich nicht einmal das Obst aus dem Supermarkt undesinfiziert verspeisen sollte. Meinen Saumagen geht es gluecklicherweise noch immer gut...
Und so lassen wir einmal den heutigen Tag Revue passieren. Es war mein erster Arbeitstag und ich bin sicher, ich werde Spanisch lernen, denn das sprechen sie hier offenbar alle. Ich werde wohl auch, man hoere, staune und frage sich..., meinen Fuehrerschein machen. Fuer umgerechnet 30 Euro bekomme ich ihn ganz offiziell, und nun muss ich nur noch ueber das angemessene Auto nachdenken, denn leider sind nach 10 Uhr abends (um diese Zeit wird mein Studium ab Januar enden) keine anderen Vekehrsmittel sicher genug. Da man sich aber auf der Arbeit selbst keine Sorgen mehr macht, sobald ich ein Auto habe, glaube ich nunmehr auch daran, dass ich damit "sicher" bin.
Und weil ich weiss, dass Oma bereits jetzt nach Luft schnappt und versucht nicht vom Stuhl zu fallen, nun noch ein aufheiterndes Detail: Es herrscht Wasserknappheit in unserem Viertel, sodass es heute abend so gar nichts aus dem Haehnchen gab (zum Glueck hat es fuer die letzte Spuelung gereicht), und so musste ich mit einer Wasserflasche fuer meinen gesamten Koerperputz begnuegen.
Wenn das nicht Abenteuer ist!
Aber Omi, mir geht es gut und ich werde hier in Obhut genommen! Und du weisst ja, mich ueberfaellt eh keiner - viel zu anstrengend!
Kuss an alle!
Montag, 17. November 2008
Safely landed...
Ich bin angekommen! Nach einem recht kurzweiligen Flug von elf einhalb Stunden direkt am Notausgang landete ich in einem Meer aus Stadt (das klingt zumindest romantischer als "Meer von Grau" oder "Meer von Beton", obwohl jene Umschreibungen wohl mehr den Nagel auf den Kopf treffen...
Was bisher zu sagen ist, ist
- Es ist des Nachts saukalt (gestern gefuehlte Minusgrade...)
- Tagsueber laesst es sich jedoch schwitzen.
- Die Mexikaner, denen ich heute ueber den Weg lief, sind aeusserst, aeusserst freundlich.
- Erik auch.
Und hier die ersten wunderschoenen (*hust) Eindruecke aus dem Flugzeug.
Was bisher zu sagen ist, ist
- Es ist des Nachts saukalt (gestern gefuehlte Minusgrade...)
- Tagsueber laesst es sich jedoch schwitzen.
- Die Mexikaner, denen ich heute ueber den Weg lief, sind aeusserst, aeusserst freundlich.
- Erik auch.
Und hier die ersten wunderschoenen (*hust) Eindruecke aus dem Flugzeug.
Mittwoch, 15. Oktober 2008
Geister, Ying & Yang und meine Zukunft
Ich liebe einfach Taxifahren! In Singapur begegnet man immer wieder einmal einem sehr gespraechigen, doch vor allem auch emotionalen, Taxifahrer. Nachdem ich nunmehr Lebenseinstellungen, Gedanken zur Kindeserziehung, Gefahren von Malaysia, Ideen zur Erweiterung des Goldschmuckgeschaeftes, die ueberdurchschnittliche Intelligenz eines jeden Singapurers, oder schlicht das beste Essen des Landes diskutiert habe, sollte es heute Nacht einmal richtig zur Sache gehen.
Nachdem ich ins Taxi in der Arab Street (fuer Omi: Arabische Strasse) stieg, steuerten wir direkt auf eine rote Ampel zu. Ein verwirrter Fahrer versuchte in dieser Minute in unsere Strasse (eine Einbahnstrasse) einzubiegen, wurde jedoch mit sofortigem Hupen wieder auf die rechte, nein linke, Spur gebracht. "Dangerous, lah", ermahnte mich darauf mein Taxifahrer (fuer Omi: "Gefaehrlich, lah!"). Ich nickte wissentlich und erzaehlte ihm von Geisterfahrern auf deutschen Autobahnen - das Wort "Ghost Driver" war meinem Fahrer jedoch nicht gelaeufig und verursachte einen sehr ernsten Gesichtsausdruck seinerseits. Tief besorgt schaute er mir ueber den Rueckspiegel in die Augen und fragte "Glaubst du an Geister?". "Ich glaube an die Gegenwart von Menschen, die wir lieben, welche wir jedoch vor einiger Zeit verloren haben...", - was da der Unterschied zu Geistern sei, war seine Reaktion. "Nun, Menschen, die wir lieben neigen dazu uns nicht zu tyrannisieren." (voellig paethetisch, ich weiss....doch wer haette in diesem Moment noch mit dem gerechnet, was darauf passierte?!) Erneut blickte mir Wee (das war sein Name) ueber den Rueckspiegel in die Augen.
"Pass auf, ich kenne dich nicht, und du kennst mich nicht, und nach dieser Taxifahrt wirst du mich eh nie wieder sehen, aber ich werde dir nun etwas sagen....Es gibt Geister! Wie du sicher weisst, gibt es an jedem Ort Ying und Yang, gut und boese, kalt und warm, Frau und Mann. Ist zuviel Ying an einem Ort ist das nicht gut (no good), ist zuviel Yang an einem Ort ist das auch nicht gut (also no good) - Ying und Yang muessen stets in Balance sein. Bei mir zuhause, das sage ich dir (I tell you, ah), gibt es zuweilen zuviel Yang. Ich arbeite von frueh bis spaet und merke es daher nicht so oft...doch eines Abends da sah ich einen Geist..."
Ich: "Wie sah er aus?"
"Es war eine Frau. Ich konnte ihr Gesicht nicht sehen, doch es war eine Frau."
Ich: "Wie alt war sie; hatte sie weisses Haar?"
"Was weiss ich wie alt sie war. Ihr Haar war schwarz. Wie dem auch sei, sie sass auf mir und ich versuchte sie wegzudruecken. Doch ich konnte sie keinen Zentimeter bewegen - tut mir leid, mein Englisch ist nicht so gut - dann wollte ich schreien, doch ich konnte auch dies nicht (also no can)."
Ich: "Was wollte sie?"
"Was weiss ich (Don't know, lah). Sie hatte Sex mit mir!"
Ich: (Ups...)
"Wie auch immer, als alles nichts half, fing ich an zu beten. Und auf einmal verschwand sie. Viele Leute erzaehlen von einer aehnlichen Erfahrung - manche auch mit Maennern!"
Ich: (Oh oh..)
"Die letzten Jahre waren sehr schwer fuer mich. Ich durchlebte eine Magenoperation, die ich nur knapp ueberlebte. 8 Liter Blut mussten mir gegeben werden. Doch meine Schwaegerin rettete mich."
Ich: "Deine Schwaegerin?"
"Ja, keiner versteht es. Doch in einem Moment, in dem ich einfach nur vom Himmel viel, streckte sie ploetzlich ihre Hand hinaus und ergriff mich. Und als ich das naechste Mal im Krankenhaus erwachte, war sie dort. Sie hielt meine Hand und erzaehlte mir, dass sie die gesamte Zeit vor dem OP gesessen haette und fuer mich gebetet habe - 6 lange Stunden..."
Ich: "Unglaublich!"
"Ja, das war eine schwere Zeit. Im Alter von 36 Jahren begann eine 20-jaehrige Pechstraehne. Die Elemente standen schlecht. - Sicher hast du von dem chinesischem Glauben in die fuenf Elemente gehoert?!"
Ich: (Feng Shui...joah)
"Auch die fuenf Elemente, ganz wie Ying und Yang, muessen in Balance zueinanderstehen. Wasser spendet Leben, doch kannst du gleichsam auch in ihm ertrinken. Feuer spendet Waerme, doch du kannst dich in ihm verbrennen. Mit 36 betrat ich eine Periode des Feuers...doch ich steuere nun auf die 60 zu und naechstes Jahr, das habe ich mir ausgerechnet, werde ich eine neue Frau finden und heiraten!"
Ich: "Errechnet?"
"Ja! Soll ich....(kurzes Zoegern)...wie alt bist du? Warte, lass mich raten...37?"
Ich: "...23. Ich weiss, ich sehe aelter aus..."
-"Nein, nein...es mag an der .... Rasse liegen."
Ich: (Yeap.)
"Wann ist dein Geburtstag? 22. Oktober, ja? Welches Jahr? 1984...Welche Zeit? 7:55 abends...hm, hm, hm...seltsam, seltsam..."
Ich: "Was?"
"Nun, deine Konstellation der Elemente ist sehr aussergewoehnlich. Du besitzt viel Feuer und viel Erde...kaum eines der anderen Elemente..."
Und schwupp bekam ich eine Stunde Analyse ueber meinen Charakter und mein zukuenftiges Glueck (das naechste Lebensjahr ist wohl ein sehr gutes...).
Ein wenig mystisch war die Sache ja schon. Eines ist jedoch sicher, Wee wird mir in Erinnerung bleiben. Ach, und den Zettel mit all seinen Notizen und chinesischen Symbolen habe ich natuerlich eingesteckt...wer weiss, was mir damit noch so alles offenbart wird... :)
Nachdem ich ins Taxi in der Arab Street (fuer Omi: Arabische Strasse) stieg, steuerten wir direkt auf eine rote Ampel zu. Ein verwirrter Fahrer versuchte in dieser Minute in unsere Strasse (eine Einbahnstrasse) einzubiegen, wurde jedoch mit sofortigem Hupen wieder auf die rechte, nein linke, Spur gebracht. "Dangerous, lah", ermahnte mich darauf mein Taxifahrer (fuer Omi: "Gefaehrlich, lah!"). Ich nickte wissentlich und erzaehlte ihm von Geisterfahrern auf deutschen Autobahnen - das Wort "Ghost Driver" war meinem Fahrer jedoch nicht gelaeufig und verursachte einen sehr ernsten Gesichtsausdruck seinerseits. Tief besorgt schaute er mir ueber den Rueckspiegel in die Augen und fragte "Glaubst du an Geister?". "Ich glaube an die Gegenwart von Menschen, die wir lieben, welche wir jedoch vor einiger Zeit verloren haben...", - was da der Unterschied zu Geistern sei, war seine Reaktion. "Nun, Menschen, die wir lieben neigen dazu uns nicht zu tyrannisieren." (voellig paethetisch, ich weiss....doch wer haette in diesem Moment noch mit dem gerechnet, was darauf passierte?!) Erneut blickte mir Wee (das war sein Name) ueber den Rueckspiegel in die Augen.
"Pass auf, ich kenne dich nicht, und du kennst mich nicht, und nach dieser Taxifahrt wirst du mich eh nie wieder sehen, aber ich werde dir nun etwas sagen....Es gibt Geister! Wie du sicher weisst, gibt es an jedem Ort Ying und Yang, gut und boese, kalt und warm, Frau und Mann. Ist zuviel Ying an einem Ort ist das nicht gut (no good), ist zuviel Yang an einem Ort ist das auch nicht gut (also no good) - Ying und Yang muessen stets in Balance sein. Bei mir zuhause, das sage ich dir (I tell you, ah), gibt es zuweilen zuviel Yang. Ich arbeite von frueh bis spaet und merke es daher nicht so oft...doch eines Abends da sah ich einen Geist..."
Ich: "Wie sah er aus?"
"Es war eine Frau. Ich konnte ihr Gesicht nicht sehen, doch es war eine Frau."
Ich: "Wie alt war sie; hatte sie weisses Haar?"
"Was weiss ich wie alt sie war. Ihr Haar war schwarz. Wie dem auch sei, sie sass auf mir und ich versuchte sie wegzudruecken. Doch ich konnte sie keinen Zentimeter bewegen - tut mir leid, mein Englisch ist nicht so gut - dann wollte ich schreien, doch ich konnte auch dies nicht (also no can)."
Ich: "Was wollte sie?"
"Was weiss ich (Don't know, lah). Sie hatte Sex mit mir!"
Ich: (Ups...)
"Wie auch immer, als alles nichts half, fing ich an zu beten. Und auf einmal verschwand sie. Viele Leute erzaehlen von einer aehnlichen Erfahrung - manche auch mit Maennern!"
Ich: (Oh oh..)
"Die letzten Jahre waren sehr schwer fuer mich. Ich durchlebte eine Magenoperation, die ich nur knapp ueberlebte. 8 Liter Blut mussten mir gegeben werden. Doch meine Schwaegerin rettete mich."
Ich: "Deine Schwaegerin?"
"Ja, keiner versteht es. Doch in einem Moment, in dem ich einfach nur vom Himmel viel, streckte sie ploetzlich ihre Hand hinaus und ergriff mich. Und als ich das naechste Mal im Krankenhaus erwachte, war sie dort. Sie hielt meine Hand und erzaehlte mir, dass sie die gesamte Zeit vor dem OP gesessen haette und fuer mich gebetet habe - 6 lange Stunden..."
Ich: "Unglaublich!"
"Ja, das war eine schwere Zeit. Im Alter von 36 Jahren begann eine 20-jaehrige Pechstraehne. Die Elemente standen schlecht. - Sicher hast du von dem chinesischem Glauben in die fuenf Elemente gehoert?!"
Ich: (Feng Shui...joah)
"Auch die fuenf Elemente, ganz wie Ying und Yang, muessen in Balance zueinanderstehen. Wasser spendet Leben, doch kannst du gleichsam auch in ihm ertrinken. Feuer spendet Waerme, doch du kannst dich in ihm verbrennen. Mit 36 betrat ich eine Periode des Feuers...doch ich steuere nun auf die 60 zu und naechstes Jahr, das habe ich mir ausgerechnet, werde ich eine neue Frau finden und heiraten!"
Ich: "Errechnet?"
"Ja! Soll ich....(kurzes Zoegern)...wie alt bist du? Warte, lass mich raten...37?"
Ich: "...23. Ich weiss, ich sehe aelter aus..."
-"Nein, nein...es mag an der .... Rasse liegen."
Ich: (Yeap.)
"Wann ist dein Geburtstag? 22. Oktober, ja? Welches Jahr? 1984...Welche Zeit? 7:55 abends...hm, hm, hm...seltsam, seltsam..."
Ich: "Was?"
"Nun, deine Konstellation der Elemente ist sehr aussergewoehnlich. Du besitzt viel Feuer und viel Erde...kaum eines der anderen Elemente..."
Und schwupp bekam ich eine Stunde Analyse ueber meinen Charakter und mein zukuenftiges Glueck (das naechste Lebensjahr ist wohl ein sehr gutes...).
Ein wenig mystisch war die Sache ja schon. Eines ist jedoch sicher, Wee wird mir in Erinnerung bleiben. Ach, und den Zettel mit all seinen Notizen und chinesischen Symbolen habe ich natuerlich eingesteckt...wer weiss, was mir damit noch so alles offenbart wird... :)
Dienstag, 29. Juli 2008
Abgetaucht, und zwar auf Spanisch
Endlich war es soweit. Nachdem ich mich zunaechst um einen Tag im Flugdatum geirrt hatte, fuhr ich nun das zweite Mal um 6 Uhr morgens zum Flughafen, um - nun aber wirklich - meine allerliebsten Spanier in Empfang zu nehmen. Nach ein paar festen Umarmungen und den lang vermissten Kuesschen links und rechts machten wir uns auf, um Singapur ganz allmaehlich, ohne Eile oder Plan zu erkunden. Und so braeunten wir vor auf Sentosa und schlemmerten ein Kaesesueppchen daheim - denn das war die einzige Alternative zum sonst so "scharfen" Essen in Singapur (meine Geschmacksnerven sind entweder bereits tot oder meine Wertschaetzung verschiedener Wuerzungen ist einfach groesser...scharf war das meiste auf jeden Fall nicht im Geringsten!)
Zwei Tage spaeter war dann auch mein Rucksack gepackt. Viel brauchten wir nicht, da wir uns wohl eh die meiste Zeit im Wasser befinden wuerden. Ein bisschen mulmig war mir jedoch. Der Gedanke im grossen Ozean umherzutauchen und von den eigenartigsten Kreaturen umgeben zu sein, die mit Sicherheit mehr Kontrolle ueber Atmung und Bewegung haben als wir, ist ungewohnt, fremd und ein wenig gruselig. Doch was waere ein Abenteuer ohne ein bisschen Angst?!
Zunaechst ging es jedoch erst einmal nach Kuala Lumpur (KL). Kaum zu glauben, dass dies mein erstes Mal sein sollte, wo es doch quasi "um die Ecke" ist. So richtig schoen ist diese Stadt aber ehrlich gesagt nicht und mein Beweggrund waren eigentlich auch nur die "Tuerme". Die Petronas (Twin) Towers (fuer Omi: Petronas Zwillings Tuerme) hielten 6 Jahre lang den Weltrekord als das hoechste Bauwerk (1998 bis 2004), bevor sie von Taipei 101 abgeloest wurden. Mit 452 Metern Hoehe ist das Ding aber gerade einmal 87 Meter hoeher als der Fernsehturm in Berlin und das verschlaegt uns doch noch lange nicht den Atem, oder? ;)

Das groesste Gebaude steht jedoch derzeit in Dubai (wer ist ueberrascht?). Ein Wolkenkratzer von 636 Metern sticht dort in den Himmel und ueberholt so ziemlich jeden Fernsehturm oder Funkmast in der grossen weiten Welt, AUSSER den 1974-erbauten Funkmast von Warschau (jap, guck an, die Polen!). Dieser ragt 648,38 Meter in die Hoehe und bleibt damit seit mehr als drei Jahrzehnten ungeschlagen. (Jetzt waere wohl ein Fussballkommentar angebracht, aber wer mich kennt, weiss wie abwaegig das aus meiner Feder waere...obwohl ja Mast schon wie Fussball klingt...)
Nach einem gutem Essen im gegenueber liegenden Fernsehturm in KL ging es dann also endlich auf nach Tawau in Sabah, Borneo. Wer nun in alten Posts auf dieser Seite rumkramt sieht, dass Borneo schon einmal von mir erkundet wurde, und ja auch diesmal waren wir im malayischen (nicht im bruneiischen oder indonesischen Teil) dieser Insel. Allerdings war es diesmal nicht Sarawak (hiermit ist nicht meine allerliebste Volleyballpartnerin, Sarah Wack, gemeint), sondern Sabah, wo es angeblich das weltschoenste Tauchparadies gibt.
Nach einem unendlich erscheinenden Tag vor dem Bildschirm, andem wir ununterbrochen eine DVD mit spanischen Untertiteln und Tauchinstruktionen schauen mussten, absolvierten wir unseren schriftlichen Test. Jose Luis wusste alles besser und mindestens zwei meiner Fehler gingen auf sein Klugscheissertum zurueck...aber so kennen und lieben wir ihn eben :) Den Test haben wir alle bestanden und so ging es ab in die Heia und erwartungsvoll in den naechsten Tag.
Morgens um 8 sollte es losgehen. Wir kamen 20 Minuten (oder mehr) zu spaet und wurden nur mit einem "Die Spanier, he?" empfangen. Unser Tauchlehrer Tino aus Chemnitz, der sich hier vor sechs Jahren niederliess und damit seinen kleinen Lebenstraum erfuellte, war jedoch locker drauf und bereits am ersten Tag erkundeten wir das Riff um Sibuan, einer kleinen Trauminsel 30 Minuten per Boot entfernt von unserer Unterkunft. Zuvor muessen wir jedoch ueben. Brille absetzen und aufsetzen, Regulator aus dem Mund nehmen und um Hilfe schreien (haha, natuerlich nicht), im Wasser schweben und und und, und das alles unter Wasser. Was sein muss, muss eben sein.
Am Dritten Tag liehen wir dann auch eine Unterwasserkamera aus und folgendes kommt dabei heraus:
Schon irre, was da alles so herumschwimmt. Doch statt des Muffensausens waren wir am Ende eigentlich nur furchtbar entspannt, etwas muede und ein bisschen taub... ;)
Zwei Tage spaeter war dann auch mein Rucksack gepackt. Viel brauchten wir nicht, da wir uns wohl eh die meiste Zeit im Wasser befinden wuerden. Ein bisschen mulmig war mir jedoch. Der Gedanke im grossen Ozean umherzutauchen und von den eigenartigsten Kreaturen umgeben zu sein, die mit Sicherheit mehr Kontrolle ueber Atmung und Bewegung haben als wir, ist ungewohnt, fremd und ein wenig gruselig. Doch was waere ein Abenteuer ohne ein bisschen Angst?!
Zunaechst ging es jedoch erst einmal nach Kuala Lumpur (KL). Kaum zu glauben, dass dies mein erstes Mal sein sollte, wo es doch quasi "um die Ecke" ist. So richtig schoen ist diese Stadt aber ehrlich gesagt nicht und mein Beweggrund waren eigentlich auch nur die "Tuerme". Die Petronas (Twin) Towers (fuer Omi: Petronas Zwillings Tuerme) hielten 6 Jahre lang den Weltrekord als das hoechste Bauwerk (1998 bis 2004), bevor sie von Taipei 101 abgeloest wurden. Mit 452 Metern Hoehe ist das Ding aber gerade einmal 87 Meter hoeher als der Fernsehturm in Berlin und das verschlaegt uns doch noch lange nicht den Atem, oder? ;)
Das groesste Gebaude steht jedoch derzeit in Dubai (wer ist ueberrascht?). Ein Wolkenkratzer von 636 Metern sticht dort in den Himmel und ueberholt so ziemlich jeden Fernsehturm oder Funkmast in der grossen weiten Welt, AUSSER den 1974-erbauten Funkmast von Warschau (jap, guck an, die Polen!). Dieser ragt 648,38 Meter in die Hoehe und bleibt damit seit mehr als drei Jahrzehnten ungeschlagen. (Jetzt waere wohl ein Fussballkommentar angebracht, aber wer mich kennt, weiss wie abwaegig das aus meiner Feder waere...obwohl ja Mast schon wie Fussball klingt...)
Nach einem gutem Essen im gegenueber liegenden Fernsehturm in KL ging es dann also endlich auf nach Tawau in Sabah, Borneo. Wer nun in alten Posts auf dieser Seite rumkramt sieht, dass Borneo schon einmal von mir erkundet wurde, und ja auch diesmal waren wir im malayischen (nicht im bruneiischen oder indonesischen Teil) dieser Insel. Allerdings war es diesmal nicht Sarawak (hiermit ist nicht meine allerliebste Volleyballpartnerin, Sarah Wack, gemeint), sondern Sabah, wo es angeblich das weltschoenste Tauchparadies gibt.
Nach einem unendlich erscheinenden Tag vor dem Bildschirm, andem wir ununterbrochen eine DVD mit spanischen Untertiteln und Tauchinstruktionen schauen mussten, absolvierten wir unseren schriftlichen Test. Jose Luis wusste alles besser und mindestens zwei meiner Fehler gingen auf sein Klugscheissertum zurueck...aber so kennen und lieben wir ihn eben :) Den Test haben wir alle bestanden und so ging es ab in die Heia und erwartungsvoll in den naechsten Tag.
Morgens um 8 sollte es losgehen. Wir kamen 20 Minuten (oder mehr) zu spaet und wurden nur mit einem "Die Spanier, he?" empfangen. Unser Tauchlehrer Tino aus Chemnitz, der sich hier vor sechs Jahren niederliess und damit seinen kleinen Lebenstraum erfuellte, war jedoch locker drauf und bereits am ersten Tag erkundeten wir das Riff um Sibuan, einer kleinen Trauminsel 30 Minuten per Boot entfernt von unserer Unterkunft. Zuvor muessen wir jedoch ueben. Brille absetzen und aufsetzen, Regulator aus dem Mund nehmen und um Hilfe schreien (haha, natuerlich nicht), im Wasser schweben und und und, und das alles unter Wasser. Was sein muss, muss eben sein.
Am Dritten Tag liehen wir dann auch eine Unterwasserkamera aus und folgendes kommt dabei heraus:
Schon irre, was da alles so herumschwimmt. Doch statt des Muffensausens waren wir am Ende eigentlich nur furchtbar entspannt, etwas muede und ein bisschen taub... ;)
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